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4/2003

Modernisierung
mit Passivhaus-Komponenten:
keine halben Sachen!


Alte Häuser kann man doch gar nicht richtig dicht kriegen...
Das habe ich auch immer geglaubt. Bis wir es selbst nachgemessen hatten: Durch ein konsequentes Luftdichtheitskonzept erreicht man auch im Altbau die Spitzenwerte für den Passivhausstandard, wie z.B. im Demonstrationsprojekt der wbg Nürnberg (Jean Paul Platz 4).

Alte Häuser sollte man vielleicht gar nicht wirklich dicht machen...
Irrtum. Gefährlich sind die halben Sachen, wie die übliche schnell-schnell Sanierung neue Fenster rein und sonst gar nichts: Zu dicht für ausreichende Fugenlüftung; zu undicht um Schäden durch ausströmende Feuchtluft zu vermeiden. Der Wasserdampf aus den Feuchtequellen in den Wohnungen wird nicht mehr zuverlässig abgeführt; die relative Feuchtigkeit der Raumluft steigt: Die Wärmebrücken und Ausströmfugen werden sichtbar, der Schimmel an der Wand lässt nicht lange auf sich warten.

Aber wenn man alles perfekt dicht macht, wird es doch nur noch schlimmer...
Ohne geregelte Komfortlüftung ist dem Problem nicht beizukommen: Die Häuser müssen wir ändern, nicht die Menschen. Ohne geregelte Lüftung müssen Sie die Menschen zum Lüften erziehen: Mach das Fenster auf, auch im kalten Winter, mindestens 4 mal am Tag für 5 bis 10 Minuten. Daran ändert sich nichts, ob halbe Sache oder perfekt dicht spielt keine Rolle, außer, dass der Fugenschimmel gar nicht mehr auftritt.

Wozu alte Häuser so gut dämmen? Den Unterschied merkt man doch gar nicht...
Je besser (d. h. dicker) die außenliegende Dämmung, desto höher steigen die inneren Oberflächentemperaturen übrigens auch an noch verbleibenden Wärmebrücken. Mit dem Passivhaus-Dämmniveau wird in der Regel auch im Altbau ein Standard erreicht, bei dem alle inneren Bauteiloberflächen überall mehr als 13 °C annehmen (5°C außen); auch hinter dem Schrank. Und diesen Unterschied merken Sie: Keine halben Sachen machen, wenn schon dämmen, dann richtig.

Aber die teuren Passivhausfenster spar ich mir; kommt doch nicht drauf an...
Gerade darauf kommt es an, wenn hoher Komfort gefragt ist kein Tauwasser am Scheibenrand, kein Kaltluftabfall am Fenster, keine wahrnehmbare Strahlungstemperatur-Asymmetrie, höchste Komfortklasse bei der Gleichmäßigkeit der Temperaturverteilung im Raum.

Wohnungslüftung? Für die Zuluftverteilung ist doch im Altbau sowieso kein Platz...
Entschuldigung wo verlegen Sie (oder Ihr Fachplaner, Installateur) im Neubau normalerweise die Luftkanäle? Vielleicht hilft ein Studium des Protokollbandes Nr. 23 des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser. Für gute Lösungen unter Ausnutzung des Coanda-Effektes ist nahezu immer Platz.

...und wo stellt man das Lüftungszentralgerät auf?
Im Bad, in der Küche, im Abstellraum, in einem WC auch zentrale Lösungen in Geschosswohnungsbauten wurden realisiert. Platz ist in der kleinsten Hütte. Aber auf kurze Kanallängen für die kalten Stränge Frischluft und Fortluft sollte man schon achten.

Und am Ende macht der Nutzer alles wieder zunichte...
Das wurde für energiesparende Neubauten auch immer behauptet. Solange, bis es eine wirklich gute, nutzerfreundliche Lösung gab: Das Passivhaus. Die Komponenten dieses Konzeptes funktionieren auch im modernisierten Altbau. Der nebenstehende Vergleich Messung/Rechnung beweist es ich danke Burkhard Schulze Darup dafür, dass er uns die Daten zur Verfügung gestellt hat.

Übrigens der Protokollband Nr. 24 "Einsatz von Passivhaustechnologien bei der Altbau-Modernisierung" ist gerade erschienen; Pflichtlektüre für alle, die sich durch die eben aufgestellten Thesen provoziert fühlen, Kompendium für jene, die keine halben Sachen machen möchten.

Dr. Wolfgang Feist
Passivhaus Institut


Dr. Wolfgang Feist
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