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3/2003

Im Sommer kühl:
Das Passivhaus verbindet das Notwendige mit dem Angenehmen


Sommer 2002: die Flut. Sommer 2003: die Hitze.
Das Wettergeschehen ist niemals auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Es macht daher keinen Sinn, darüber zu streiten, ob der Treibhauseffekt das eine oder das andere Ereignis verursacht hat. Aber eine derartige Häufung extremer Wetterereignisse, wie wir sie in den letzten acht Jahren erlebt haben, wäre ohne den durch menschliche Aktivität verursachten Treibhauseffekt äußerst unwahrscheinlich. Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change; www.ippc.ch) macht hierzu eindeutige Aussagen:
1. Eine weitere Erwärmung ist in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zu vermeiden.
2. Die Auswirkungen des Klimawandels auf natürliche Umwelt, Mensch und Wirtschaft werden überwiegend negativ sein, und zwar umso dramatischer, je stärker die Veränderungen ausfallen.
3. Die Größenordnung der Erwärmung hängt jedoch sehr stark davon ab, wie sich die künftigen Emissionen an Treibhausgasen entwickeln. Durch ein beherztes Klimaschutzprogramm ließen sich diese Emissionen ganz bedeutend senken: Es gibt viele Möglichkeiten, einschließlich technischer Optionen, die künftigen Emissionen zu reduzieren, aber es existieren Hemmnisse gegen ihre Ausschöpfung.
Eines der bedeutenden Hemmnisse ist der Aberglaube, Klimaschutz wäre teuer, unwirtschaftlich, führe zu einer Verschlechterung der Lebensqualität und sei dazu hin auch noch ruinös für die Wirtschaft.
Nichts davon stimmt. Die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen und Produkten ist es, welche die Wirtschaft in Gang bringen kann und zu höherer Wertschöpfung und Beschäftigung führt. Das erfordert aber auch, dass alle Hersteller geeigneter Komponenten ihre Produkte, die mit viel Engagement und finanziellem Aufwand entwickelt wurden, mit Nachdruck bewerben und dadurch Architekten, Handwerkern und Bauherren zugänglich machen.
Teuer? Viele gelungenen Passivhausprojekte zeigen, dass auch sehr weitgehendes energiesparendes Bauen sich rechnet. Und wie es dieser Sommer wieder gezeigt hat: Die Maßnahmen, die den beschleunigten Klimawandel aufhalten können, sind darüber hinaus geeignet, unsere Lebensqualität hier und jetzt und insbesondere im Gefolge der Klimaveränderung zu verbessern.
Auch im Jahrhundertsommer gelang es, das Passivhaus angenehm kühl zu halten: 25° wurden im Erdgeschoss des Passivhauses in Darmstadt gemessen an den heißesten Tagen des Hitzerekordsommers 2003 in einer der wärmsten Regionen Deutschlands. Wie ist das möglich, nach über 14 Tagen unter der Hitzeglocke? Das ist der besondere Komfort eines Passivhauses! Italienische Bauphysiker träumen noch immer von den alten, dicken Mauern in der Tat bleibt es auch in den Kathedralen bei Hundstagen angenehm kühl. Mit der von außen gedämmten, dünnen Massivwand funktioniert dies gleichermaßen, ohne Klimaanlage: umweltfreundlich; kostengünstig; behaglich im Sommer wie im Winter.
Das Passivhaus lässt sich leicht zum klimaneutralen Haus ergänzen: Eine geringe zusätzliche Geldanlage in erneuerbare Energieanlagen reicht zur Kompensation des extrem geringen Energieverbrauches aus; die Siedlungen in Hannover-Kronsberg und Freiburg zeigen den Weg.
Passivhaus, das bedeutet: Behaglichkeit heute, Sicherheit morgen und Vorsorge für die Zukunft. Dieser Standard ist bezahlbar und wird darüber hinaus mit günstigen Krediten gefördert. Die Wertschöpfung erfolgt vor allem im Inland bauen wir mehr Passivhäuser und modernisieren wir bestehende Gebäude mit Passivhaus geeigneten Komponenten, dann schafft dies Arbeit nicht allein für den Umweltschutz, sondern vor allem für mehr Behaglichkeit, auch im Sommer.
Energieeffizientes Bauen verbindet das Notwendige mit dem Angenehmen. Bitte Weitersagen.

Dr. Wolfgang Feist
Passivhaus Institut



Dr. Wolfgang Feist
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Titelfoto: In diesem Passivhaus am Edersee übernimmt ein Kompaktgerät die komplette
Haustechnik. Foto: Viessmann Werke, Allendorf



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