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1/2003

Effizienz schafft Spielräume

Von 0 auf 100 in 4 Sekunden? - Ja klar doch, im 1-Liter-Auto. Und das spart nebenbei noch 70% Energie.
Ein Bildschirm, hell, scharf, schnell, völlig flach und leicht? - Ja klar doch, ein TFT-Monitor, und der spart nebenbei noch 65% Energie.
Ein Haus, modern, behaglich, im Winter warm, im Sommer kühl, viel Licht und Sonne und immer frischer Luft? - Ja klar doch, ein Passivhaus, und es spart nebenbei noch 75% Energie.

Es ist kein Zufall, dass bessere Energieeffizienz regelmäßig verbunden ist mit höherem Komfort, mehr Flexibilität, geringeren Risiken und höherer Lebensqualität. Es liegt in der Natur der Sache. Hoher Energieverbrauch, das bedeutet hohe Energiedichte und hohe Energieströme am Ort des Geschehens. Die Energie geht dabei nicht verloren - sie wird nur umgewandelt, letztendlich in Umgebungswärme. Und diese Umwandlung hinterlässt ihre Spuren - überwiegend in Auswirkungen, die wir gar nicht wünschen, schlimmstenfalls Auswirkungen, die sogar stören.
Eines haben die Konferenzen der letzten Wochen klar herausgebracht: Mit der Verbesserung der Energieeffizienz sind wir mit gutem Erfolg auf dem richtigen Weg. Nun ist bekannt, wie man Gebäude behaglich, bauschadensfrei, langlebig und energiesparend bauen kann - alles zum Nutzen der Bewohner und alles zu einem vernünftigen Preis. Die letzten Zweifel an der Machbarkeit sind ausgeräumt. Die entscheidenden Eckpunkte der Konzeption haben sich bewährt: Sehr guter Wärmeschutz, Topwerte bei der Luftdichtheit, Fenster mit "eingebautem" Komfort und Wohnungslüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Die Begleitforschung attestiert solchermaßen optimierten Gebäuden durchweg Bestnoten: traumhaft niedrige Luftdichtheitskennwerte, Thermographien der Hüllflächen wie aus dem Bilderbuch, Heizenergieverbräuche im Durchschnitt bei einem Viertel gegenüber neuester Energiesparverordnung. Heerscharen von Sozialwissenschaftlern haben die Siedlungsprojekte mit ihren Analysemethoden durchkämmt, um nach Haaren in der Suppe zu suchen - sie haben keines gefunden. So wird denn von allen Seiten letztendlich bestätigt, dass die Physik stimmt und dass sich auf diese Physik solide und erfolgreich bauen lässt.
Dies ist der zweite Schritt in einem auf Dauer angelegten Prozess: Jetzt liegt die Rückkopplung aus einer statistisch relevanten Praxiserprobung vor. Prof. Helmut Bott hat es in seinem Vortrag am 21. Februar in Hamburg auf den Punkt gebracht: "In der Pflicht zeigt sich, dass die Grundfiguren sitzen. Jetzt sind wir gespannt auf die Kür." Energieeffizientes Bauen geht nun in die Breite. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen, die Konzepte erprobt, die Instrumente verfügbar, das erforderliche Produktspektrum vorhanden. Auch am Rückenwind fehlt es nicht: Politiker aller Parteien haben erkannt, welche Chancen sich hier auftun. Ein breites Wirtschaftsfeld, bei dem die entscheidenden Akteure innovationsbereite Planer, Ingenieure und Unternehmen sind. Ein Wachstumssektor, der bestehenden Reserven in traditionellen Handwerksbetrieben mobilisiert und zur Modernisierung führt. Ein Wachstumssektor, der unsere natürliche Umwelt umso stärker entlastet, je erfolgreicher er wächst. Ein Wachstumssektor, der mit den Arbeitskräften von heute die Sicherung von Wohlstand und Wohlergehen auch in der Zukunft ermöglicht.
"Heute in besseren Komfort investieren, damit wir morgen noch besser leben können" - so lässt sich die Quintessenz aus den Ergebnissen der Hamburger Passivhaustagung formulieren. Viele Unternehmen spüren dies seit einiger Zeit und haben es in ihre Philosophie aufgenommen. Wie immer, wenn neue Entwicklungen angegangen werden, braucht es dazu etwas Mut. Erfreulich ist, dass solcher Mut heute vielerorts zu finden ist - diese Zeitschrift ist voller Beispiele.

Der Weg führt nun konsequent in die breite Anwendung der verfügbaren Erkenntnisse, beim Neubau und bei der Modernisierung. Die Randbedingungen könnten kaum günstiger sein. Allein die öffentliche Darstellung der bereits erzielten Erfolge lässt zu wünschen übrig. Hierfür bietet die neu gegründete "IG Passivhaus" eine wichtige Plattform. Die guten Ergebnisse müssen Bauherren und Investoren bekannt werden. Damit gerade an diesen entscheidenden Stellen gesehen wird: Energieeffizienz erzeugt Lebensqualität und - Energieeffizienz schafft Spielräume.



Dr. Wolfgang Feist
Passivhaus Institut




Dr. Wolfgang Feist
Effizienz schafft Spielräume

Jens Pfafferott, Sebastian Herkel, Karsten Voss
Passive Kühlung mit Nachtlüftung und Erdwärmetauscher:
Betriebserfahrungen aus drei Niedrigenergie-Bürogebäuden

Prof. Dr.-Ing. Eberhard Oesterle
Bürogebäude mit innovativem Energiekonzept -
Heizen und Kühlen mit Erdwärme

Dipl.-Ing. Martin Zimmer
SurTec - Chemiefabrik als Passivhaus

Jochen Schurr
Vom Altbau zum Passivhaus

German Deller und Martin Wellnhofer
Attraktive Passiv-Reihenhäuser in Karlsfeld bei München

Dipl.-Ing. Joachim Tatje
Holz - Hightech - Harmonie
Die Sentihäuser in Kriens (Luzern)

Dipl.-Ing. D. Spiegel, Dipl.-Ing. S. Spiegel
EnergieEffizientes Bauen im Einklang mit der Umwelt

Dipl.-Ing. Joachim Tatje
Kurzentschlossen zum Traumhaus

Winfried Schöffel
Ausgezeichnet!
Erstes Thüringer Passivhaus in Holzbauweise

Andrea Stuhl, Fred Brunner
Aktuelle Projekte:
Innovationspreis für Architektur & Technik 2002

Dipl.-Ing. Ulrich Bäte
7. Passivhaustagung und Ausstellung
Das Passivhaus hat Konjunktur

Barbara Löbau
23. Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser (Vorschau)

IG Passivhaus - Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland

Messerückblick
BAU München - SWISSBAU Basel -
erneuerbare energien 2003 - R+T Stuttgart

Unternehmen, Produkte, Buchbesprechungen, Termine

Titelfoto: Das neue Drees & Sommer-Bürogebäude in Stgt.-Vaihingen, Architekten PSK'A Stuttgart.
Foto: DS-Plan, Stuttgart


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